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Fallbeispiel: Automobilzulieferer in der Krise
Analyse gegen Bauchgefühl
„Wir haben schon wieder gegen Fernost den Kürzeren gezogen – Winterberg, bitte kommen sie gleich in mein Büro!“ Christopher
Jordan knallt den Hörer auf die Gabel. Heute hatte der CEO des
amerikanischen Autoteileherstellers EDrives International erfah-
ren, dass der schon sicher geglaubte Auftrag beim Stammkunden
Moyota verloren war. 150.000 Euro Umsatz gehen ihm so durch die Lappen.
Im letzten Moment hatte sie ein koreanischer Konkurrent unterboten. Während er sich im Geiste bereits
die Reaktion des Vorstandes auf diese Hiobs-Botschaft ausmalt, betritt sein Key Account Manager Sven
Winterberg das Büro.
„Winterberg, unsere asiatischen Konkurrenten verderben unsere Preise. Wir können unmöglich noch
weiter runtergehen. Wir müssen eine neue Strategie entwickeln!“ Der erfahrene Manager pflichtet ihm bei:
„Sie haben Recht. Mit Preissenkungen alleine ist es nicht getan.
Im Fall von Moyota sind wir auch nur bei einzelnen Posten teurer gewesen. Und schließlich sprechen wir
von insgesamt 320 Angebots-Positionen. Bei einigen Artikeln wäre vermutlich sogar noch mehr Marge drin
gewesen.“ spekuliert Winterberg.
Jordan ärgert sich. Solche Erklärungsversuche sind jetzt wirklich
müßig. „Mein lieber Winterberg - bei Angeboten dieser Größenord-
nung erwarte ich, dass der Preis für jede Position sitzt. Es muss
doch eine Möglichkeit geben. Finden sie heraus, wie die Koreaner
das gemacht haben.“ Als Sven Winterberg sein Büro verlässt hofft
Jordan, dass er sich mit seinem besten Vertriebler bald über ein
stimmiges Preiskonzept würde unterhalten können....
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